Marktsituation für Holz- und Holzmetallfenster
Trotz einer gewissen Konsolidierung auf dem Fenstermarkt 2007 stehen die tiefen Preise immer noch im Vordergrund. Die Kunststoff - Fenster Hersteller haben ihren Marktanteil in den letzten Jahren stark ausgebaut, dem zu folge werden die Preise für Holzfenster auch zukünftig nicht an-steigen. Es sind wenige Betriebe, welche finanzpolitisch gesehen zufriedenstellende Ergebnisse aufweisen können.
Unternehmenshaltung
Unter diesen Voraussetzungen ist die Unsicherheit in kleinen und mittleren Fensterbaubetrieben sehr gross. Investitionen werden kaum mehr getätigt. Die Betriebe verhalten sich sehr zurückhal-tend, um dann, wenn der Markt bessere Tendenzen aufweist, den Nachholbedarf an Investitionen zu tätigen.
Zu langes abwarten kann das Aus bedeuten
Diese Haltung ist ausgesprochen gefährlich für das Ueberleben eines Betriebes. In diesen Zeiten zählt nur der Wandel und die Anpassung an die Gegebenheiten des Marktes. Mit der abwartenden Haltung verpasst man viele Gelegenheiten sich den fortwährenden Aenderungen anzupassen. Grundsätzlich muss ein Betrieb, der normal funktioniert, jedes Jahr 5% bis 8 % produktiver wer-den, damit er mit seinen Mitbewerbern mithalten kann. Das bedeutet aber nicht, dass man jedes Jahr viel Geld investieren muss um die Betriebsleistung zu erhöhen. Wenn die Grundlagen in ei-nem Betrieb richtig gelegt sind, können vielfach mit wenigen einfachen Massnahmen über die Or-ganisationsstruktur sehr gute Resultate erzielt werden.
Schwachstellen in Fensterbaubetrieben
Leistung, Verkauf, Arbeitsvorbereitung
Grundsätzlich kann gesagt werden, dass vielfach die Betriebe ihre Selbstkosten nicht genau ken-nen. Das wirkt sich jedoch gravierend auf die Betriebsergebnisse aus, weil zu Marktpreisen ver-kauft wird, damit eine Produktionsauslastung vorhanden ist.
Betriebe, welche ihre Selbstkosten ab Produktion genau kennen, nehmen nur Aufträge an, bei denen klar ist, wieviel Deckungsbeitrag vorhanden ist.
Die mittleren Betriebe haben alle ähnliche Materialkosten. Am Fenstermaterial kann sicherlich nichts verdient werden. Im Normalfall müssen die Materialkosten ohne Zuschläge in den Fensterpreis eingerechnet werden.
Die Betriebskosten hingegen sind sehr unterschiedlich, abhängig von den Investitionen in Ge-bäude und Anlagen. Die Kosten können nur gesenkt werden, wenn die Auslastung und Menge op-timal auf die Betriebsgrösse abgestimmt ist. Dass ist aber nur möglich, wenn zu Marktpreisen kos-tendeckend produziert werden kann.
Die Lohnkosten sind in jedem Betrieb unterschiedlich. Aber gerade in diesem Bereich ist es am einfachsten Kosteneinsparungen zu machen. In der Produktion wird entschieden, wie lange es dauert bis ein Fenster fertig gestellt ist. Die effektiven Arbeitsgänge dauern in allen Betrieben un-gefähr gleich lang, ausser im Maschinenbereich, hier entscheidet der Automatisierungsgrad. Die-ser wirkt sich wiederum stark auf die Betriebskosten aus und kann besonders bei kleinen und mitt-leren Betriebsgrössen sehr kontraproduktiv sein. Erfahrungsgemäss beträgt der Maschinenanteil ca. 20% bis 30% von der Arbeitszeit am Holzfenster.
Der Unterschied besteht vor allem darin, dass es Betriebe gibt, die sich nur auf die wert-schöpfenden Tätigkeiten konzentrieren, und jeden Arbeitsgang, welcher keinen Mehrwert am Produkt aufweist vermeiden. In der restlichen Arbeitszeit deren Anteil 70% bis 80% ausmacht, liegt ein grosses Potential an Zeit, die eingespart werden kann.
Produktion, Werkstatt
Handarbeitsplätze
Untersuchungen an den Arbeitsplätzen, an denen vorwiegend manuell gearbeitet wird, haben er-geben, das effektiv nur 30% bis 50% der zur Verfügung stehenden Zeit, wertschöpfende Tätigkei-ten ausgeführt werden. Die restliche Zeit wird unnötig verbraucht mit:
- Arbeitsplatz einrichten, umrichten
- Zubehör und Werkzeuge aus dem Magazin holen - Material holen, suchen, bereitstellen usw.
- Fensterrahmen transportieren, auf- und abladen, zwischenlagern, weitergeben
- Unvollständige Vorarbeiten nachholen, fehlerhafte Vorarbeiten berichtigen
- Interne Transporte ausführen, Mehrfach – Handling
- Probleme mit Zuliefermaterialien abklären(Metallabdeckungen,Dichtungen,Versiegelungen)
- Daten und Angaben aus Arbeitspapieren suchen und bei Unklarheiten nachfragen
- usw.
Maschinenarbeitsplätze
Im weiteren wurde festgestellt, dass die Maschinen nicht optimal ausgenutzt werden. Vielfach ist die zu produzierende Menge zu gering um eine Winkelanlage oder eine verkettete Maschinen-strasse den ganzen Tag auszulasten. Dadurch wird die Anlage unregelmässig betrieben. Die Ver-fügbarkeit und der Maschinennutzungsgrad liegen im Normalfall nur bei ca. 70% der effektiven Leistungsmöglichkeit. Die restlichen 30% werden für Tätigkeiten wie folgt verbraucht:
- Maschinenauslastung ist nicht optimal durch unregelmässigen Materialfluss
- Ueberflüssige Werkzeugwechsel durch Terminverschiebungen
- Maschinenunterhalt erfolgt während der Produktionszeit
- Die Produktionsaufnahme kann nicht erfolgen, weil noch nicht alle technischen Abklärungen ab-geschlossen sind
- Die abgelängten Kanteln sind noch nicht bereitgestellt
- usw.
Oberfläche
Der Markt fordert fertig lackierte Fenster ab der Produktionsstätte. Vor allem kleine und mittlere Betriebe sind in diesem Bereich oftmals schlecht eingerichtet. Dabei ist gerade in der Oberfläche ein grosses Einsparungspotential vorhanden. Mit einem komfortablen Spritzstand und einer richtig konzipierten Hängebahn lässt sich sehr viel an unproduktiver Arbeitszeit einsparen. Allerdings muss sauber gearbeitet werden, denn Farbschäden oder falsch behandelte Fenster führen zu Re-klamationen und diese sind im allgemeinen sehr viel kostenintensiver.
Rentabilitäts- und Produktivitätssteigerung durch Transparente Fertigungsstrukturen
Selbstkostenwahrheit - Produktionsverplanung
Für eine genaue Selbstkostenkalkulation müssen die vielfach schlecht gewarteten Kalkulations-programme auf den Produktions IST Stand gebracht werden. Daher ist es nötig, dass die be-triebsspezifischen Arbeitsgänge zeitmässig erfasst werden. In der EDV sind nur die eigenen Zei-ten zu hinterlegen. Die Fensterbauprogramm - Verkäufer legen in einem Kalkulationsprogramm durchschnittliche Zeiten an. Dann wird versucht mit prozentualen Zuschlägen die erforderlichen Betriebszeiten zu erreichen. Dadurch ist aber unklar wie lange die Produktionszeit dauert. Diese Stunden sind einerseits für die Kosten relevant und andererseits kann mit diesen Zeiten die Pro-duktion optimal verplant und ausgelastet werden. Die verschiedenartigen Fenstersysteme haben unterschiedliche Produktionszeiten in den verschiedenen Produktionsabschnitten zur folge.
Fabrikationsorganisation, Arbeitsplatzgestaltung, Mitarbeiter
Fabrikationsorganisation
- Betriebsablaufplanung mit Fabrikationsstunden aus Fenster EDV
- Optimierung vom Betriebsablauf, schneller Durchlauf (5 bis 6 Tage)
- Weniger Ware in Arbeit
- Vereinfachung der Organisation
- Einführung einer Transparenten Fertigungsstruktur
- Wöchentliche Leistungskontrolle und Auswertung
- Kennzahlen für Produktivitätsanzeige an Mitarbeiter weitergeben
- usw.
Arbeitsplatzgestaltung
- Zusammenzug von Operationen, weniger innerbetriebliche Schnittstellen
- Reduzierung der NICHT WERTSCHOEPFENDEN TAETIGKEITEN
- Organisierung, Optimierung der Arbeitsplätze
- Optimierung der Arbeitsgeräte und Transportmittel
- usw.
Mitarbeiter
- Klare Leistungsanforderung und Arbeitsziele pro Tag
- Kontinuierliches Arbeiten durch Organisation und weniger Störungen
- Interessantere Arbeitsplätze durch Arbeitszusammenlegung
- Tägliche Herausforderung durch Transparente Fertigungsabläufe
- usw.
Einführung einer ganzheitlichen Transparenten Fertigungsstruktur
Grundsätzlich ist es möglich, selber die beschlossenen Massnahmen umzusetzen. In der Praxis hat sich herausgestellt, dass die mittleren und kleinen Betriebe die nötige Kraft nicht aufbringen, die alten eingefahrenen Gewohnheiten und Strukturen aufzubrechen. Um Veränderungen und Verbesserungen zu erreichen, braucht es Vergleiche mit ähnlichen Betrieben, und auf solche Kennzahlen hat man keinen Zugriff. Die wichtigste Vorraussetzung ist sicherlich, dass man sich bewusst darüber ist, was mit den bestehenden Einrichtungen und Mitarbeitern unter klar defi-nierten Bedingungen erreicht werden kann. Dazu braucht es einen erfahren externen Berater mit einem Leistungsnachweis auf dem Fenstersektor Ablauf und Umsetzung einer Transparenten Fer-tigung